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In der werkstoffkundlichen Qualitätssicherung von Polymeren, Kautschuken und Elastomeren ist die makroskopische Härtebestimmung eine zentrale metrologische Aufgabe. Das SAUTER HBA 100-0 ist ein präzises, analoges Prüfinstrument zur Ermittlung der Materialhärte auf der Shore-A-Skala (gemäß DIN ISO 48-4 / ASTM D2240). Das physikalische Messprinzip basiert auf dem Eindringwiderstand des Werkstoffs gegen einen definierten Prüfkörper (Indenter). Beim Modell HBA 100-0 ist dieser Indenter geometrisch als abgestumpfter Kegel mit einem exakten Öffnungswinkel von 35° konstruiert. Dieser wird durch eine präzise kalibrierte Stahlfeder – basierend auf dem Hookeschen Gesetz – mit einer definierten Anpresskraft in das zu prüfende Material gedrückt. Die mechanische Eindringtiefe verhält sich dabei umgekehrt proportional zur Materialhärte: Eine tiefe Penetration des Indenters resultiert in einem niedrigen Shore-Wert (weiches Material), während ein hoher Widerstand einen hohen Shore-Wert (hartes Material) auf dem Ziffernblatt generiert.
Ein fundamentales werkstoffphysikalisches Phänomen von amorphen Polymeren und Elastomeren ist ihre Viskoelastizität. Wird die mechanische Spannung durch den Prüfkörper aufgebracht, beginnt das Material aufgrund der molekularen Kettenverschiebung sofort zu relaxieren (Kriechverhalten). Der angezeigte Härtewert fällt demnach innerhalb der ersten Sekunden der Messung kontinuierlich ab. Um den normativ geforderten maximalen Initialwert (Peak) vor Einsetzen der Materialrelaxation absolut fehlerfrei zu erfassen, ist das SAUTER HBA 100-0 mit einer mechanischen Schleppzeigerfunktion ausgestattet. Ein zweiter, roter Indikatorzeiger wird durch den Hauptzeiger auf den maximalen Ausschlag geschoben und verharrt in dieser Position. Der Anwender kann den exakten Spitzenwert somit nach Beendigung der Messung komfortabel und parallaxenfrei ablesen.
Die Entscheidung für ein rein mechanisches, analoges Messsystem bietet im rauen industriellen Feldeinsatz massive Vorteile. Das HBA 100-0 benötigt weder Batterien noch elektronische Sensorkalibrierungen und ist somit jederzeit autark einsatzbereit. Die sensible mechanische Übersetzung der Eindringtiefe in eine Rotationsbewegung des Zeigers ist in einem massiven Metallgehäuse gekapselt, welches die Feinmechanik vor Stößen und Staub schützt. Das Instrument eignet sich hervorragend für die zerstörungsfreie Prüfung von Weichgummi, Neopren, Silikon, Vinyl, Filz und Leder direkt an der Extrusionslinie oder im Wareneingang.
Bei händischen Freihandmessungen stellen die individuelle Anpressgeschwindigkeit und der Anpressdruck des Bedieners die größten physikalischen Fehlerquellen dar. Um eine absolute metrologische Reproduzierbarkeit zu gewährleisten und die strengen Wiederholbarkeits-Toleranzen der ISO-Normen zu erfüllen, ist das Gehäuse des HBA 100-0 für die direkte Adaption an einen genormten Shore-Prüfstand konstruiert. Durch den Einsatz eines Prüfstands mit konstantem Prüfgewicht wird die Kinematik der Messung vollständig standardisiert.
Um den menschlichen Faktor aus der Kraft-Weg-Gleichung der Shore-Messung zu eliminieren, empfehlen wir für zertifizierte Qualitätssicherungs-Labore zwingend den Einsatz eines manuellen Prüfstands (wie den SAUTER TI-AC). Dieser appliziert exakt das normative Auflagegewicht und senkt den Prüfkörper absolut orthogonal auf die Materialprobe ab. Für die regelmäßige Verifizierung der mechanischen Federkonstante in Ihrem Labor bieten wir zudem genormte Shore-A-Vergleichsplatten an. Unser werkstoffkundlich spezialisierter Beschaffungsservice konfiguriert Ihnen gerne ein normkonformes Prüf-Setup.
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