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In der chemischen Reaktionstechnik und der Synthese hochmolekularer Polymere ist die absolute Kontrolle über die Reaktionstemperatur von kritischer Bedeutung. Insbesondere bei exothermen Reaktionen, bei denen massiv thermische Energie auf molekularer Ebene freigesetzt wird, muss das System unverzüglich gegenkühlen, um ein thermodynamisches Durchgehen (Thermal Runaway) des Reaktors zu verhindern. Das IKA MV 1 Magnetventil ist das strömungsmechanische Exekutivorgan für diesen Kühlprozess. In den Kühlwasserkreislauf eines Laborreaktors integriert, fungiert es als elektronischer Schalter für das Fluid. Überschreitet das Reaktionsmedium die programmierte Solltemperatur am Temperaturfühler, erhält das Ventil einen elektrischen Steuerimpuls, öffnet den Leitungsquerschnitt und flutet den Kühlmantel oder den internen Rückflusskühler des Systems mit temperiertem Kühlwasser, was den konvektiven Wärmeaustausch sofort maximiert.
Die physikalische Funktionsweise des MV 1 basiert auf elektromagnetischer Kinematik. Im stromlosen Zustand hält eine mechanische Feder den Ventilkolben (Anker) absolut dicht auf dem Ventilsitz. Dieses Sicherheitsprinzip (Normally Closed / stromlos geschlossen) garantiert, dass bei einem Stromausfall der Kühlwasserkreislauf blockiert wird und es nicht zur Überflutung der Laborinfrastruktur kommt. Wird die integrierte Kupferspule bestromt, induziert sie ein starkes Magnetfeld. Die resultierende Lorentzkraft zieht den metallischen Anker gegen den statischen Federdruck in die Spule und gibt den Strömungsquerschnitt in Millisekundenbruchteilen frei. Diese extrem kurzen Schaltzeiten erlauben dem übergeordneten PID-Regler des IKA-Reaktorsystems eine hochfrequente, getaktete Dosierung des Kühlwasserdurchsatzes, um thermische Oszillationen zu eliminieren.
Das Schalten von inkompressiblen Fluiden (wie Wasser) in unter Druck stehenden Leitungssystemen erzeugt beim abrupten Schließen unweigerlich gewaltige hydrodynamische Druckspitzen (sogenannte Druckschläge oder Water Hammer). Die interne Strömungsarchitektur des IKA MV 1 Magnetventils ist physikalisch darauf berechnet, die Schließkinetik des Ankers so abzufedern, dass diese Stoßwellen im Fluid minimiert werden. Dies schützt die empfindlichen Borosilikatglas-Kühler und die elastomeren Schlauchverbindungen im Reaktoraufbau zuverlässig vor mechanischer Zerstörung durch Berstdruck.
Das Ventil operiert nicht autark, sondern agiert als das präzise Endglied einer komplexen metrologischen Regelschleife. Es wird elektrisch direkt an die entsprechenden Relais- oder Steuerausgänge von IKA Temperatur-Controllern oder Reaktor-Basisstationen (wie der LR 1000 control) angeschlossen. Diese Integration transformiert den Laborreaktor von einem rein beheizten Gefäß zu einem vollautomatisierten, bidirektional temperierten (Heizen und Kühlen) thermodynamischen System.
1 x IKA MV 1 Magnetventil
(Wichtiger Hinweis: IKA Steuergeräte, Kühlwasserschläuche und Reaktor-Infrastruktur sind nicht im Lieferumfang enthalten!)
Das IKA MV 1 Magnetventil ist ein reiner fluidmechanischer Aktor und generiert ohne einen übergeordneten PID-Controller keine Funktion. Um den Kühlkreislauf zu automatisieren, muss das Ventil mit der passenden Mess- und Regeltechnik (z.B. einem Kontaktthermometer, einer Basisstation oder einem Thermostaten mit Kühlwasser-Relais) gekoppelt werden. Für den mechanischen Anschluss an die Hauswasserleitung und den Reaktorkühler werden zudem druckstabile Silikon- oder EPDM-Schläuche sowie Schlauchschellen benötigt. Wenden Sie sich für die thermodynamisch fehlerfreie Auslegung Ihrer Kühlsysteme jederzeit an unseren Beschaffungsservice.
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