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In der chemischen und kosmetischen Verfahrenstechnik stellt das Handling von extrem hochviskosen, nicht-newtonschen Fluiden – wie strukturviskosen Polymergelen, Pasten oder dichten Emulsionen – eine massive physikalische Herausforderung dar. Während Standardreaktoren für die Entnahme des Endprodukts meist umständlich demontiert oder gekippt werden müssen, was zu hohen Scherspannungen und Produktverlusten führt, verfügt der IKA LR 1000.3 Laborreaktorbehälter über ein voll integriertes Bodenablassventil. Dieses verfahrenstechnische Kernelement sitzt exakt am tiefsten topografischen Punkt des 1000-ml-Reaktors. Es ermöglicht den kontinuierlichen oder chargenweisen Austrag von zähen Medien (bis zu 100.000 mPa·s) unter absoluter Minimierung des Totvolumens. Die direkte hydrodynamische Entleerung schont die molekulare Struktur scherempfindlicher Produkte und reduziert die Kontaminationsgefahr beim Transfer in nachgeschaltete Abfüllanlagen.
Als Herzstück der LR 1000 basic und control Systeme ist der Behälter für eine thermodynamisch hochpräzise Reaktionsführung ausgelegt. Die thermische Energie des Basisgeräts wird über das Reaktorgefäß absolut homogen in das Medium übertragen, was lokale Überhitzungen (Hotspots) verhindert und Prozesstemperaturen von bis zu 120 °C sicherstellt. Ein weiteres kritisches Merkmal komplexer Synthesen ist die absolute Kontrolle der Reaktoratmosphäre. Der LR 1000.3 ist vollständig hochvakuumtauglich. Die Evakuierung des Reaktionsraums ist essenziell für die blasenfreie Entgasung (Deaeration) von Gelen nach der hochtourigen Dispergierung oder für die Durchführung feuchtigkeitssensibler Polymerisationen unter inerten Schutzgasen. Der massive Reaktordeckel sichert die hermetische Abdichtung gegenüber der Umgebungsatmosphäre.
Um den Reaktor als autarkes Mess- und Regelsystem zu nutzen, ist der Deckel mit standardisierten Normschliff-Ports (3 x NS 14 und 1 x NS 29) ausgestattet. Diese präzisionsgeschliffenen Zugänge erlauben das absolut gasdichte Einbringen von prozesskritischer Sensorik (PT 100 Temperaturfühler, pH-Elektroden) oder verfahrenstechnischem Zubehör wie Tropftrichtern zur exakten Stöchiometrie-Dosierung und Rückflusskühlern zur Kondensation volatiler Lösungsmittel. Ein NS 14 Vakuumhahn zur direkten Druckregelung ist bereits werkseitig in das Deckelsystem integriert.
Um die chemische Stabilität gegenüber aggressiven Reaktanten, starken Säuren und organischen Lösungsmitteln lückenlos zu gewährleisten, bestehen alle medienberührenden Komponenten aus Materialien höchster Industriegüte. Der zylindrische Reaktorkörper ist aus temperaturwechselbeständigem, hochtransparentem Borosilikatglas 3.3 gefertigt, was eine permanente optische In-situ-Kontrolle von Phasenübergängen erlaubt. Die metallischen Ventilkomponenten und Sensordurchführungen bestehen aus hochwertigem Edelstahl AISI 316L. Als Dichtungsmaterialien fungieren extrem widerstandsfähige FFPM- und PTFE-Elastomere. Zur Einhaltung strenger GLP/GMP-Hygienerichtlinien lässt sich das Bodenablassventil für eine thermische oder chemische Intensivreinigung vollständig zerlegen.
Der LR 1000.3 Behälter fungiert als reine verfahrenstechnische Kammer und muss zwingend in Kombination mit der Heizeinheit IKA LR 1000 basic base oder control base betrieben werden. Für den mechanischen Energieeintrag benötigen Sie zudem ein passendes Rührorgan, wie den Ankerrührer LR 1000.11. Für extrem wandhaftende, zähe Gele empfehlen wir den Rührer LR 1000.10 mit PEEK-Abstreifern, um den Wärmeaustausch an der Glaswand zu maximieren. Wenden Sie sich für die thermodynamische und strömungsmechanische Auslegung Ihres Reaktorsystems jederzeit an unseren spezialisierten Beschaffungsservice.
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